
Der Fachkräftemangel ist real. Besonders im Handwerk spüren Betriebe jeden Tag, wie schwierig es geworden ist, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Ich höre ich seit so vielen Jahren von meinen Kunden die gleiche Sorge: „Wir finden einfach keine Leute mehr.“
Aus unserem Gartenhaus-Studio am Bach in OWL begleiten wir Handwerksbetriebe und mittelständische Unternehmen in ganz Deutschland dabei, sich als attraktive Arbeitgeber zu positionieren. Dieser Guide zeigt dir Schritt für Schritt, wie du erfolgreich Mitarbeiter gewinnen und langfristig bindest.
Inhaltsverzeichnis
In diesem Guide erfährst du:
- Wie du den Fachkräftemangel verstehst und für dich nutzt
- Was Employer Branding ist und warum es funktioniert
- Wie du Stellenanzeigen schreibst, die wirklich ziehen
- Welche Recruiting-Kanäle tatsächlich funktionieren
- Wie du deinen Bewerbungsprozess optimierst
- Was erfolgreiches Onboarding ausmacht
- Wie du Mitarbeiter langfristig hältst
Fachkräftemangel 2025: Die Realität in Zahlen
Der Fachkräftemangel im Handwerk ist keine vorübergehende Phase mehr. Laut Zentralverband des Deutschen Handwerks fehlen deutschlandweit über 250.000 Fachkräfte. In Ostwestfalen-Lippe sieht die Situation nicht anders aus: Betriebe in Bielefeld, Lippe und Paderborn konkurrieren um dieselben Talente.
Die wichtigsten Fakten:
Bis 2030 gehen rund 20 Prozent der aktuell Beschäftigten im Handwerk in Rente. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Schulabgänger, die eine Ausbildung beginnen. Die Folge: Immer mehr offene Stellen bleiben unbesetzt. Handwerksbetriebe müssen durchschnittlich 4-6 Monate suchen, um eine Stelle zu besetzen – wenn überhaupt.
Warum Mitarbeitergewinnung jetzt strategisch werden muss:
In den letzten Jahren, die ich Unternehmen in der Region berate, hat sich der Arbeitsmarkt komplett gedreht. Früher bewarben sich Kandidaten bei Betrieben. Heute müssen sich Betriebe bei Kandidaten bewerben. Wer das nicht versteht, verliert den Kampf um Talente.
Die gute Nachricht: Mit der richtigen Strategie kannst du auch als kleiner oder mittelständischer Betrieb punkten. Große Konzerne haben zwar höhere Budgets, aber du hast Authentizität, Nähe und echte Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten.
Employer Branding: Deine Arbeitgebermarke aufbauen
Employer Branding bedeutet nichts anderes, als dich als attraktiven Arbeitgeber zu positionieren. Es geht darum, eine Arbeitgebermarke zu schaffen, die Menschen anzieht und begeistert.
Was ist Employer Branding konkret?
Employer Branding ist die Summe aller Maßnahmen, mit denen du zeigst, warum es sich lohnt, bei dir zu arbeiten. Es ist dein Versprechen an potenzielle und bestehende Mitarbeiter. In unserem virtuellen Team bei designenergie leben wir seit 2007 ein flexibles Arbeitsmodell, das zeigt: Moderne Arbeit geht anders. Das ist Teil unserer Arbeitgebermarke.
Die Gewinnung von Talenten ist entscheidend, um im Wettbewerb bestehen zu können. Strategien zur Mitarbeitergewinnung sollten daher jetzt höchste Priorität haben.
Die drei Säulen einer starken Arbeitgebermarke:
Erstens: Authentizität. Versprich nur, was du halten kannst. Wenn du flexible Arbeitszeiten anbietest, dann muss das auch gelebt werden. Zweitens: Sichtbarkeit. Die beste Arbeitgebermarke nützt nichts, wenn niemand davon weiß. Drittens: Kontinuität. Employer Branding ist kein Sprint, sondern ein Marathon.
Wie du deine Arbeitgebermarke entwickelst:
Beginne mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme. Was macht deinen Betrieb besonders? Frag deine aktuellen Mitarbeiter: Warum arbeiten sie gerne bei dir? Diese Antworten sind Gold wert. Vielleicht ist es die familiäre Atmosphäre, die kurzen Entscheidungswege oder die modernen Maschinen.
Bei einem unserer Kunden in Lippe war es die Tatsache, dass jeder Azubi ein eigenes Tablet für die Baustelle bekommt. Klingt nach wenig, ist aber für junge Menschen ein starkes Signal: Hier wird in Technik und Zukunft investiert.
Definiere dann deine Employer Value Proposition – dein Wertversprechen als Arbeitgeber. Was bietest du, was andere nicht bieten? Vielleicht ist es die Meisterförderung, die du zu 100 Prozent übernimmst. Oder die 4-Tage-Woche, die du eingeführt hast. Oder die Tatsache, dass bei dir wirklich jeder duzen darf – vom Azubi bis zum Chef.
Stellenanzeigen die funktionieren
Die klassische Stellenanzeige ist tot. Zumindest die Art, wie die meisten sie schreiben. Aufzählungen von Anforderungen, steife Formulierungen und null Persönlichkeit – damit gewinnst du niemanden mehr.
Die Psychologie erfolgreicher Stellenanzeigen:
Menschen wollen wissen, was sie bekommen, nicht was du von ihnen willst. Dreh den Spieß um: Statt „Wir suchen einen motivierten Elektriker“ schreib „Bei uns findest du als Elektriker moderne Projekte und echte Entwicklungschancen“.
Der größte Fehler in Stellenanzeigen: Sie listen Anforderungen statt Vorteile. Kandidaten lesen deine Anzeige mit einer Frage im Kopf: „Was springt für mich dabei raus?“ Beantworte diese Frage, und du gewinnst.
Die Struktur einer erfolgreichen Stellenanzeige:
Beginne mit einem knackigen Einstieg, der Aufmerksamkeit erzeugt. Statt „Wir sind ein traditionsreiches Unternehmen…“ versuch es mit „Lust auf Projekte, bei denen du was bewegen kannst?“
Dann kommt der Benefit-Teil: Was macht dich als Arbeitgeber attraktiv? Liste konkrete Vorteile auf. Nicht „gutes Betriebsklima“ – das sagt jeder. Sondern: „Jeder Freitag um 13 Uhr Feierabend, dafür Montag bis Donnerstag bis 17 Uhr“ oder „Firmenwagen auch zur privaten Nutzung ab dem ersten Tag“.
Erst danach kommen deine Anforderungen. Und auch hier gilt: Sei realistisch. Muss der Kandidat wirklich 10 Jahre Erfahrung haben? Oder reichen auch 5, wenn die Einstellung stimmt? Überhöhte Anforderungen schrecken gute Kandidaten ab.
Praxisbeispiel aus Ostwestfalen:
Ein Handwerksbetrieb aus Bielefeld hat seine Stellenanzeige komplett umgekrempelt. Statt der üblichen Aufzählung haben sie mit einem Video gestartet, in dem drei Mitarbeiter erzählen, warum sie gerne dort arbeiten. Die Bewerbungen haben sich verdreifacht – und die Qualität der Bewerber war deutlich besser.
Der richtige Ton:
Duzen oder Siezen? Das kommt auf deine Zielgruppe an. Für junge Fachkräfte und Azubis funktioniert das Du besser. Für erfahrene Meister kannst du beim Sie bleiben. Bei designenergie nutzen wir das Du – das passt zu unserer lockeren, naturverbundenen Arbeitsweise im Gartenhaus.
Recruiting-Kanäle: Was wirklich funktioniert
Die Zeiten, in denen eine Anzeige in der Tageszeitung reichte, sind vorbei. Heute musst du dort sein, wo deine Zielgruppe ist – und das ist vor allem online.
1. Deine eigene Website als Recruiting-Tool
Deine Website ist dein wichtigster Recruiting-Kanal. Hier hast du die volle Kontrolle über deine Botschaft. Erstelle eine eigene Karriereseite, auf der du zeigst, warum es sich lohnt, bei dir zu arbeiten. Nutze Bilder aus dem echten Arbeitsalltag, keine Stockfotos. Zeig dein Team, deine Projekte, deine Werte.
Wichtig für Betriebe in Ostwestfalen-Lippe: Mach deine regionale Verwurzelung deutlich. Menschen aus Bielefeld, Detmold oder Paderborn schätzen es, wenn du zeigst, dass du Teil der Region bist. Das schafft Vertrauen und Identifikation.
2. Social Media: Zeig was du bist
LinkedIn, Instagram, Facebook – überall tummeln sich potenzielle Mitarbeiter. Aber: Jede Plattform funktioniert anders. Auf LinkedIn erreichst du erfahrene Fachkräfte. Auf Instagram die jüngere Generation. Auf Facebook die breite Masse.
Bei designenergie nutzen wir alle Kanäle unterschiedlich: LinkedIn für professionelle Einblicke in unsere Arbeit, Instagram u.a. für Behind-the-Scenes aus unserem Gartenhaus-Studio. Das funktioniert, weil wir authentisch sind.
3. Jobbörsen: Klassisch aber effektiv
StepStone, Indeed, regionale Jobbörsen – sie funktionieren noch. Aber nur, wenn deine Anzeige heraussticht. Nutze aussagekräftige Überschriften, authentische Bilder und klare Benefits. Und vergiss nicht: Die Bewerbung muss einfach sein. Ein Klick zur Bewerbung ist besser als ein 5-seitiges Formular.
4. Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter
Der effektivste Kanal überhaupt: Deine eigenen Mitarbeiter. Sie kennen die Unternehmenskultur, sie wissen, wer passt. Und ihre Empfehlungen haben Gewicht. Biete ein attraktives Prämienmodell an: 1.000 Euro für eine erfolgreiche Vermittlung nach bestandener Probezeit. Das lohnt sich für alle.
5. Ausbildungsmessen und Praktika
Für die Nachwuchsgewinnung sind Ausbildungsmessen in Bielefeld, Detmold oder Paderborn Gold wert. Aber: Komm nicht mit einem langweiligen Stand. Zeig, was du machst. Lass Azubis erzählen. Biete Schnupperpraktika an. Mach es greifbar.
Bewerbungsprozess optimieren: Schnelligkeit gewinnt
Der beste Kandidat ist morgen weg, wenn du heute nicht reagierst. So hart ist die Realität 2025. Wer schnell reagiert, gewinnt. Wer wartet, verliert.
Die 24-Stunden-Regel:
Bestätige jede Bewerbung innerhalb von 24 Stunden. Das zeigt Wertschätzung und Professionalität. Ein automatisiertes System kann das übernehmen, aber personalisiere die Bestätigung so weit wie möglich.
Das Telefon ist dein Freund:
Statt wochenlang E-Mails hin und her zu schicken, greif zum Telefon. Ein 15-minütiges Telefonat bringt mehr als drei E-Mail-Runden. Du merkst sofort, ob die Chemie stimmt, und der Kandidat fühlt sich ernst genommen.
Der erste Eindruck zählt:
Das Vorstellungsgespräch beginnt nicht im Büro, sondern am Empfang. Wie werden Bewerber begrüßt? Muss man lange warten? Gibt es einen Kaffee? Fühlt man sich willkommen? Diese Details machen den Unterschied.
Bei designenergie laden wir Kandidaten gerne zu uns ins Gartenhaus-Studio ein. Die entspannte Atmosphäre am Bach nimmt die Nervosität und zeigt direkt, wie wir arbeiten: naturverbunden, kreativ, auf Augenhöhe.
Das Gespräch auf Augenhöhe:
Vergiss das klassische Bewerbungsgespräch, bei dem du hinter dem Schreibtisch sitzt und Fragen stellst. Setz dich an einen Tisch, auf Augenhöhe. Lass den Kandidaten Fragen stellen. Zeig ihm den Betrieb, stell ihm das Team vor. Mach es zu einem echten Kennenlernen.
Professionelle Unterstützung bei der Mitarbeitergewinnung
Du brauchst Hilfe beim Aufbau deiner Arbeitgebermarke? Wir unterstützen Handwerksbetriebe und KMUs in OWL mit Employer Branding, Karriereseiten und Social Media Recruiting.
Jetzt kostenloses Erstgespräch vereinbarenOnboarding: Die ersten 100 Tage entscheiden
Du hast einen neuen Mitarbeiter gewonnen. Glückwunsch. Aber jetzt fängt die eigentliche Arbeit erst an. In den ersten 100 Tagen entscheidet sich, ob der Mitarbeiter bleibt oder wieder geht.
Tag 1: Der wichtigste Tag
Der erste Arbeitstag muss perfekt sein. Arbeitsplatz vorbereitet, Technik funktioniert, Team ist informiert. Nichts ist schlimmer, als wenn der neue Mitarbeiter am ersten Tag rumsteht und niemand weiß, was er machen soll.
Plan den ersten Tag durch: Wer begrüßt ihn? Wer zeigt ihm alles? Wer ist der Ansprechpartner? Ein strukturiertes Onboarding-Programm zeigt: Hier ist man vorbereitet, hier wird man ernst genommen.
Die erste Woche: Integration ins Team
Stell den neuen Mitarbeiter dem ganzen Team vor. Nicht nur schnell in der Runde, sondern richtig: Was macht er, wo kommt er her, was sind seine Aufgaben? Organisier ein Willkommens-Essen oder einen gemeinsamen Feierabend. Das Team muss den Neuen kennenlernen.
Bei einem Kunden aus Paderborn haben wir erlebt, wie wichtig das ist: Ein neuer Geselle fühlte sich in den ersten Tagen isoliert, niemand hatte Zeit für ihn. Nach zwei Wochen war er wieder weg. Eine vermeidbare Katastrophe.
Die ersten drei Monate: Regelmäßige Check-ins
Setz dich alle zwei Wochen mit dem neuen Mitarbeiter zusammen. Wie läuft es? Wo hakt es? Was brauchst du noch? Diese Gespräche zeigen Interesse und geben dir die Chance, Probleme früh zu erkennen.
Das Buddy-System:
Weise jedem neuen Mitarbeiter einen erfahrenen Kollegen als Buddy zu. Jemand, der alle Fragen beantwortet, der zeigt wo was ist, der ein offenes Ohr hat. Das nimmt Druck und schafft Bindung.
Onboarding-Checkliste für die ersten 100 Tage:
- Tag 1: Arbeitsplatz vorbereitet, Technik läuft, Willkommenspaket
- Woche 1: Teamvorstellung, Betriebsrundgang, erste Aufgaben
- Monat 1: Erstes Feedbackgespräch, Ziele definieren
- Monat 2: Prozesse vertiefen, Eigenverantwortung erhöhen
- Monat 3: Abschlussgespräch Probezeit, Entwicklungsperspektiven besprechen
Mitarbeiter halten: Retention ist günstiger als Recruiting
Einen guten Mitarbeiter zu verlieren kostet dich mehr als nur die Recruiting-Kosten für den Nachfolger. Du verlierst Know-how, Kundenkontakte, Teamdynamik. Deshalb ist Mitarbeiterbindung mindestens so wichtig wie Mitarbeitergewinnung.
Was Mitarbeiter wirklich halten:
Geld ist wichtig, aber nicht alles. Die meisten Mitarbeiter gehen nicht wegen des Gehalts, sondern wegen der Wertschätzung. Oder besser: wegen der fehlenden Wertschätzung. Ein einfaches „Danke“ für gute Arbeit kostet nichts, bewirkt aber viel.
Entwicklungsmöglichkeiten schaffen:
Menschen wollen sich entwickeln. Biete Weiterbildungen an, fördere Aufstiegschancen, zeig Perspektiven. Wenn ein Geselle das Gefühl hat, dass er die nächsten 20 Jahre dasselbe macht, wird er sich umsehen.
Bei designenergie leben wir ein virtuelles Teammodell: Jeder arbeitet dort, wo er am produktivsten ist. Diese Flexibilität ist ein riesiger Vorteil, den wir unseren Teammitgliedern bieten – und der auch dich als Arbeitgeber attraktiv macht, wenn du ähnliche Modelle denkst.
Work-Life-Balance ernst nehmen:
Die 60-Stunden-Woche ist kein Zeichen von Engagement, sondern von schlechter Planung. Respektiere Arbeitszeiten, ermögliche Flexibilität, zeig dass Familie und Freizeit wichtig sind. Das zahlt sich in Loyalität aus.
Betriebsklima als Wettbewerbsvorteil:
Ein gutes Betriebsklima entsteht nicht von allein. Es braucht Führung, die zuhört. Es braucht offene Kommunikation. Es braucht Fairness. Und es braucht die Bereitschaft, auch mal Fehler zuzugeben.
In unserer langjährigen Arbeit mit Unternehmen in Bielefeld, Lippe und Paderborn haben wir gesehen: Die Betriebe mit den zufriedensten Mitarbeitern sind nicht die mit den höchsten Gehältern, sondern die mit den besten Chefs.
Regelmäßige Mitarbeitergespräche:
Mindestens einmal im Jahr solltest du mit jedem Mitarbeiter ein ausführliches Entwicklungsgespräch führen. Wie geht es dir? Wo willst du hin? Was können wir besser machen? Diese Gespräche sind Gold wert.
Benefits die wirklich zählen:
Vergiss Obstkorb und Tischkicker. Was Mitarbeiter heute wirklich schätzen: Flexibilität, echte Work-Life-Balance, Weiterbildung, gute Ausrüstung, moderne Technik. Investiere in Dinge, die den Arbeitsalltag wirklich besser machen.
Die häufigsten Fehler bei der Mitarbeitergewinnung
Nach 30 Jahren Erfahrung mit Unternehmen habe ich diese Fehler immer wieder gesehen:
Fehler 1: Zu lange Reaktionszeiten
Wer drei Wochen braucht, um auf eine Bewerbung zu antworten, hat schon verloren. Gute Kandidaten sind schnell vom Markt. Reagier innerhalb von 24 Stunden.
Fehler 2: Unrealistische Anforderungen
„Junger Meister mit 20 Jahren Erfahrung“ – solche Widersprüche lesen sich lustig, kommen aber häufig vor. Sei realistisch, was du wirklich brauchst. Vieles lässt sich im Job lernen.
Fehler 3: Keine Employer Branding Strategie
Ohne klare Arbeitgebermarke bist du austauschbar. Warum sollte jemand bei dir arbeiten und nicht beim Wettbewerber? Wenn du diese Frage nicht beantworten kannst, hast du ein Problem.
Fehler 4: Schlechte Karriereseite
Deine Website zeigt tolle Projekte, aber wo finde ich Infos über Jobs? Viele Betriebe verstecken ihre Stellenangebote. Mach es prominent. Zeig, dass du suchst.
Fehler 5: Kein Onboarding-Prozess
Der neue Mitarbeiter muss sich durchfragen? Das ist unprofessionell. Ein strukturiertes Onboarding kostet dich zwei Stunden Vorbereitung, spart aber Wochen Einarbeitungszeit.
Praxisbeispiele aus Ostwestfalen-Lippe
Beispiel 1: Handwerksbetrieb aus Bielefeld
Ein mittelständischer Elektrobetrieb hatte monatelang vergeblich nach Gesellen gesucht. Wir haben die Strategie umgestellt: Neue Karriereseite mit Videos vom Team, aktive Social Media Präsenz auf Instagram, Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter-Programm. Ergebnis: Innerhalb von drei Monaten drei neue Gesellen eingestellt.
Beispiel 2: Produktionsbetrieb aus Lippe
Ein Maschinenbauer konnte keine Facharbeiter finden. Problem: Keiner wusste, dass es den Betrieb gibt. Lösung: Employer Branding Kampagne mit Fokus auf moderne Technik und Weiterbildung. Plus Azubi-Blog auf der Website. Ergebnis: Bewerbungen vervierfacht, Ausbildungsplätze alle besetzt.
Beispiel 3: Start-up aus Paderborn
Ein junges IT-Unternehmen wollte wachsen, fand aber keine Entwickler. Ansatz: Authentische Einblicke in den Arbeitsalltag über LinkedIn, flexible Arbeitsmodelle (Homeoffice, 4-Tage-Woche), transparente Gehälter. Ergebnis: Team in 6 Monaten verdoppelt.
Tools und Ressourcen für erfolgreiches Recruiting
Karriereseite-Baukästen: Es muss nicht gleich die individuelle Programmierung sein. Tools wie Personio oder Recruitee bieten gute Karriereseiten-Lösungen für KMUs.
Social Media Management: Mit Tools wie Social Pilot kannst du deine Recruiting-Posts auf mehreren Plattformen gleichzeitig planen und veröffentlichen. Spart Zeit und sorgt für Kontinuität.
Bewerbermanagement: Systeme wie Rexx oder Personio helfen dir, den Überblick über Bewerbungen zu behalten und schnell zu reagieren.
Design-Tools: Canva oder Adobe Express ermöglichen es dir, professionelle Grafiken für Social Media und Stellenanzeigen zu erstellen – auch ohne Grafikdesign-Kenntnisse.
Regionale Unterstützung: Die Handwerkskammern in Bielefeld, Detmold und Paderborn bieten Beratung und Workshops zum Thema Mitarbeitergewinnung an. Nutze diese kostenlosen Ressourcen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie viel kostet Employer Branding?
Das kommt darauf an. Eine professionelle Karriereseite inklusive Konzept kostet zwischen 3.000 und 10.000 Euro. Social Media Recruiting kann intern gemacht werden oder kostet mit Agentur 500 bis 2.000 Euro monatlich. Aber: Die Kosten einer unbesetzten Stelle sind höher. Ein fehlender Geselle kostet dich schnell 5.000 Euro pro Monat an entgangenem Umsatz.
Wie lange dauert es, bis Employer Branding wirkt?
Employer Branding ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Erste Effekte siehst du nach 3-6 Monaten. Richtig wirksam wird es nach 12-18 Monaten. Aber dann hast du einen nachhaltigen Vorteil im Wettbewerb um Fachkräfte.
Funktioniert das auch für kleine Betriebe?
Ja, sogar besser als für Große. Kleine Betriebe können authentischer sein, persönlicher kommunizieren und schneller entscheiden. Das sind echte Vorteile gegenüber Konzernen.
Brauche ich eine Agentur oder kann ich das selbst machen?
Vieles kannst du selbst machen: Social Media, Stellenanzeigen schreiben, Prozesse optimieren. Für die strategische Ausrichtung und die Erstellung einer professionellen Karriereseite macht externe Unterstützung Sinn. Bei designenergie unterstützen wir Betriebe in OWL genau dabei – mit 30 Jahren Erfahrung.
Was ist wichtiger: Gehalt oder Benefits?
Beides. Das Gehalt muss marktgerecht sein. Aber Benefits wie Flexibilität, Weiterbildung und gutes Betriebsklima machen den Unterschied, wenn mehrere Angebote auf dem Tisch liegen.
Wie wichtig sind Social Media für Recruiting?
Sehr wichtig, besonders für junge Fachkräfte und Azubis. Aber: Qualität vor Quantität. Lieber ein Kanal gut gemacht als fünf halbherzig.
Fazit: Mitarbeitergewinnung ist möglich
Der Fachkräftemangel ist real, aber kein Naturgesetz. Mit der richtigen Strategie kannst auch du als Handwerksbetrieb oder KMU in Ostwestfalen-Lippe erfolgreich Mitarbeiter gewinnen.
Die wichtigsten Punkte noch einmal zusammengefasst:
- Verstehe, dass sich der Arbeitsmarkt gedreht hat. Du musst dich bei Kandidaten bewerben, nicht umgekehrt.
- Baue eine authentische Arbeitgebermarke auf. Zeig, was dich besonders macht.
- Schreibe Stellenanzeigen, die Benefits statt Anforderungen in den Vordergrund stellen.
- Nutze moderne Recruiting-Kanäle – vor allem deine Website und Social Media.
- Reagiere schnell. 24 Stunden sollten dein Maximum sein.
- Investiere in Onboarding. Die ersten 100 Tage entscheiden über Bleiben oder Gehen.
- Halte deine Mitarbeiter. Retention ist günstiger als Recruiting.
Aus unserer Erfahrung bei designenergie wissen wir: Die Betriebe, die heute in Employer Branding investieren, haben morgen die besten Mitarbeiter. Die Betriebe, die warten, zahlen morgen noch höhere Gehälter für noch weniger Auswahl.
Der Kampf um Talente ist härter geworden. Aber er ist nicht verloren. Du musst nur die richtigen Werkzeuge nutzen und konsequent dranbleiben.
Starte jetzt mit professionellem Employer Branding
Seit 30 Jahren unterstützen wir Handwerksbetriebe und KMUs in Bielefeld, Lippe, Paderborn und ganz OWL dabei, als attraktive Arbeitgeber wahrgenommen zu werden. Von der Karriereseite über Social Media bis zur kompletten Employer Branding Strategie.
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Über den Autor: Jörg Wilutzky ist Geschäftsführer der designenergie Werbeagentur in Dörentrup und begleitet seit über 30 Jahren Handwerksbetriebe und mittelständische Unternehmen in Ostwestfalen-Lippe bei ihrer Positionierung und Mitarbeitergewinnung. Aus dem Gartenhaus-Studio am Bach entwickelt sein virtuelles Team moderne Lösungen für klassische Herausforderungen.